Anwaltssuche Strafrecht | Dresden

Wie findet man einen guten Anwalt für Strafrecht?

Die Welt ist, – so möchte man meinen – vor allem im städtischen Raum voll von Top-Anwälten für jedes Rechtsgebiet. Ein Blick in die einschlägigen Publikationen lässt dabei kaum Wünsche für die Anwaltssuche offen. Zweifelsohne sind viele der in diesen „Anwaltslisten“ aufgeführten Kolleginnen und Kollegen, wie sich aus eigener Erfahrung berichten lässt, hochkompetent in ihrem jeweiligen Bereich. Zwangsläufig wird hier der Eindruck vermittelt, als würde das notwendige Kleingeld und ein gutes Gespür – man muss schließlich nur noch einen von den Profis auswählen – den Kurs geradewegs in Richtung Erfolg bzw. Freispruch ebnen. Als Anwalt erhält man von Stern, Focus etc. regelmäßig E-Mails mit der Bitte um Empfehlung für jedes erdenkliche Rechtsgebiet.

Wie kommt aber der Verbraucher, der nicht über unbegrenzte Mittel, Kontakte und Querverbindungen verfügt, zu einem guten Anwalt, der die eigene Sache erfolgreich zum Abschluss bringt?

Perspektivwechsel:

Der Anwalt, der bereits einige Zeit im „Geschäft“ ist und gewissermaßen die Anfangszeit überlebt hat, bekommt die allermeisten Mandate in der Regel recht zuverlässig über Dritte. Hierzu zählen insbesondere ehemalige Mandanten, Kollegen und Kolleginnen sowie Steuerberater. Diese bringen teils so zuverlässig Umsatz in die Kanzlei, dass mancher Berufsträger und manche Berufsträgerin sogar komplett auf eine Kanzleihomepage verzichten. Dem Ratsuchenden ist damit aber kaum geholfen.

Als Verbraucher, der weder Anwälte noch Steuerberater, noch (zumindest wissentlich) ehemalige Beschuldigte im Bekanntenkreis hat, bleibt hier meist nur der Rückgriff aufs Internet.

Hier tummeln sich, verteilt auf die jeweiligen Multiplikatoren vermeintliche „Profis“, die niemand kennt, neben „Experten“ für Wirtschafts– und Steuerstrafrecht, welche, wenn man die Kollegen doch einmal zu Gesicht bekommt, noch nie etwas vom Statusfeststellungsverfahren gehört haben sowie aufpolierte Kanzleiwebseiten mit nichtssagenden SEO-Texten und zu jedem Berufsträger Lobpreisungen in Anwaltsportalen, Branchenbüchern und auf Bewertungsplattformen.

Selbstverständlich soll auch diese Webseite Ihr Interesse wecken. Da jedoch bereits aus Kapazitätsgründen ohnehin nicht jedes Mandat übernommen werden kann, sollen Sie die nachfolgend aufgeführten Punkte zumindest kurz und prägnant zu den einzelnen Multiplikatoren und deren Risiken informieren und eine mündige Entscheidung bei der Anwaltssuche erleichtern.

Anwaltssuche-Strafrecht-Kosten-Strafverteidiger-Dresden

Fachanwalt:

Der Erwerb des Fachanwaltstitels ist in der Fachanwaltsordnung (FAO) geregelt. Im Strafrecht verlangt diese u. a., dass innerhalb der letzten drei Jahre vor Antragstellung 60 Fälle, darunter 40 Hauptverhandlungstage vor dem Schöffengericht oder einem übergeordneten Gericht weisungsfrei bearbeitet wurden.
Deren Ausgang ist für den Titelerwerb jedoch bedeutungslos.
Richtiggehend kontraproduktiv wirkt es sich für den Bewerber oder die Bewerberin dagegen aus, wenn ein Strafverfahren bereits im Vorverfahren zu einem Ende geführt werden konnte oder ein Verfahren nach nur wenigen Hauptverhandlungstagen noch in erster Instanz in einen Freispruch mündet.

Der Fachanwaltstitel suggeriert bei der Anwaltssuche über den Durchschnitt hinausgehende Fachkenntnisse und Erfahrung, belohnt aber in der Praxis eher Anwälte für angepasstes Verhalten. Dem Mandanten half bzw. hilft dies meist wenig.

Ein Garant für die Fähigkeiten des Anwalts und dass er insbesondere die für Ihren Fall notwendige fachliche Qualifikation und die nötige Zeit mitbringt, ist er keinesfalls.

Pro:

  • Tätigkeitsnachweis im Rechtsgebiet.

Kontra:

  • belohnt angepasstes Verhalten. 
  • kein Qualitätsmerkmal. 


Presse:

Die Presse lebt von den Geschichten in den eigenen Gerichtsbezirken. Das Interesse an Gerichtsverhandlungen und dem Justizalltag ist daher verständlicherweise groß.

Pro:

  • Der im Artikel Genannte hat zumindest schon einmal einen Gerichtssaal von innen gesehen.
  • Top oder Flop sind oft auf den ersten Blick an Urteil, Kommentar über Verhandlungsführung und Äußerungen des Anwalts sowie Strafmaß zu erkennen. 

Kontra:

  • Die allermeisten Verfahren werden im Vorverfahren erledigt, also ohne dass jemals ein Pressevertreter davon „Wind“ bekommt.
  • Möglicherweise existiert eine zu große Nähe des Anwalts zur Presse.
  • Jedes Mandat ist anders. Ein Freispruch kann auf unterschiedlichsten Wegen zustande kommen und auch einer Verurteilung kann im Einzelfall einmal das „beste Ergbenis“ für den Mandanten sein. Zudem ist nicht jedes Mal Presse vor Ort, um die Erfolge des Strafverteidigers für die Nachwelt zu dokumentieren und auch spektakuläre Befangenheitsanträge – im Justizalltag nicht selten gegen ganze Spruchkörper – sind von ganz vereinzelten Ausnahmen abgesehen unzulässig. 
 

Bewertungsportale:

Wer selbst Dienstleistungen erbringt und im Internet aufzufinden ist, der wird an Bewertungsportalen und Brancheneinträgen nicht vorbeikommen. Instinktiv werden Erfahrungsberichte anderer (ehemaliger) Mandanten als gute Informationsquelle genutzt, um die eigene Entscheidung zu erleichtern.

Pro:

  • Aktualität.
  • Sorgfalt.
  • Reaktion auf und Umgang mit (negativem) Feedback.

Kontra:

  • Zufriedene Mandanten bezahlen ihren Anwalt, unzufriedene bewerten ihn. 
  • Problem der „gekauften“ Bewertungen.
  • Negativbewertungen werden mitunter gelöscht, sobald eine Einigung mit dem Rezensenten erzielt wurde. 
  • Die fehlende Zufriedenheit eines Mandanten kann auf unterschiedlichsten Gründen beruhen. Dem Anwalt stehen hier wegen der anwaltlichen Verpflichtung zur Verschwiegenheit nur äußerst begrenzte Reaktionsmöglichkeiten offen. Auch wird das Recht auf freie Meinungsäußerung von den Portalen und Gerichten sehr weit ausgelegt.
  • Negativbewertungen werden daher oft „weggeklagt“, sodass der schöne Schein erhalten bleibt.
 

Website:

Die Kanzleiwebsite ist für den Anwalt das Aushängeschild in der digitalen Welt. Deren Ausgestaltung, Betreuung und Funktion kann dabei sehr unterschiedlich ausfallen und einen guten Einblick in die Zielgruppe der Kanzlei bieten. Eine schlechte Website sagt aber ebenso wenig über die Qualitäten des Anwalts aus wie eine gute. 

Pro
  • Gute Präsentationsmöglichkeit für die anwaltliche Tätigkeit nach außen (Rechtsgebiete, Kanzlei- und Mandantenstruktur)
  • Schwerpunktsetzung ersichtlich.
Kontra
  • Wenig aussagekräftig, da in der Regel von einer Agentur erstellt oder Juristendeutsch.
  • Wenige nützliche Informationen, stattdessen weit überwiegend Werbung für die eigene Tätigkeit.
 

Social Media:

Hier erfährt man in erster Linie, wie aktiv ein Anwalt in den sozialen Medien ist. Äußert er sich zu einem oder zu mehreren Themen regelmäßig? Ist der Anwalt politisch oder in Vereinen aktiv?
 
Pro:
  • Präsentation der Sichtweise und Eloquenz des Anwalts zu unterschiedlichen Themen wird erkennbar.
  • Teilweise direkter Kontakt möglich (wichtig: i. d. R. keine Verschlüsselung!).
Kontra:
  • Diskretion.
  • Selbstdarsteller.
  • Zeit auf Social Media fehlt bei der Fallbearbeitung.
  • wenig aussagekräftig.
 

Anwalt.de:

Mittlerweile verfügen die meisten Anwälte über ein Profil bei Anwalt.de. Dem Anwalt wird dabei nicht nur die Möglichkeit gegeben, über sich und seine Kanzlei zu informieren, sondern auch zu einzelnen, selbstgewählten Themen zu publizieren und dabei ein reichweitenstarkes Portal zur Verfügung gestellt.

Pro:

  • Gute erste Informationsquelle für Verbraucher zu einzelnen, typischwerise häufiger auftretenden Rechtsproblemen.
  • Publikation idR zu Themen aus dem jeweiligen Tätigkeitsschwerpunkt.

Kontra:

  • Keine Richtigkeitsgarantie.
  • In der Regel eher anwaltsfreundliches Bewertungsmanagement.
 

Dolmetscher:

Als weitere Informationsquelle bei der Anwaltssuche können sich zudem Dolmetscher erweisen. Gemäß § 185 GVG hat jede beschuldigte Person, welche der deutschen Sprache nicht mächtig ist, das Recht auf unentgeltliche Beiziehung eines Dolmetschers. Im Rahmen ihrer Tätigkeit bei Gericht und im Vorfeld gewinnt diese Berufsgruppe daher ganz erhebliche Einblicke in die örtlichen Bedingungen und in die Qualität einzelner Berufsträger.

Pro:
  • Kein wirtschaftliches Eigeninteresse.
  • Guter Überblick über die örtlichen Strukturen.

Kontra:

  • Dolmetscherbüros sind keine Auskunftspersonen. Dass, bzw. ob ein Dolmetscherbüro jemanden empfielt, kann auf unterschiedlichsten Erwägungen beruhen.
  • Dolmetscher sind keine Juristen, erst recht keine Anwälte.

Fazit:

Letztlich kann keiner der aufgeführten Punkte für sich allein stehen und dem potenziellen Mandanten oder der Mandantin die Entscheidung bei der Anwaltssuche maßgeblich erleichtern. Anwälte dürfen seit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1987 für sich werben, solange sie das Gebot zur Sachlichkeit aus § 43b BRAO und § 6 Abs. 1 BORA beachten. Sofern der Kanzleiumsatz nicht allein mit den eingangs aufgeführten Empfehlungen oder regelmäßigen Beiordnungen durch wohlgesonnene Gerichte erwirtschaftet wird, müssen sie es heute sogar.

Als Interessent:in werden Sie sich bei der Anwaltssuche am Ende wohl auf Ihr Bauchgefühl und einen Mix aus mehreren Kriterien verlassen. Wichtig ist, dass die Person, die Sie wählen, fachlich geeignet ist und genügend Zeit für Ihren Rechtsfall mitbringt. Dies kann bei Kollegen, die nur teilweise im Strafrecht tätig sind, in der Regel kaum gewährleistet werden und auch der vermeintliche Staranwalt wird Ihrem Fall womöglich nicht die notwendige Aufmerksamkeit widmen, wenn gerade ein großes Verfahren mit Pressebegleitung parallel läuft.

Aus einer Vielzahl bearbeiteter Strafrechtsfälle, von welchen die allermeisten entweder zu einer Verfahrenseinstellung noch im Vorverfahren oder wenigstens nicht zu einer rechtskräftigen Verurteilung geführt haben, lässt sich folgern, dass ein gutes Klima zwischen Berufsträger und Mandant für den Verfahrensausgang ganz wesentlich ist. 
Wenn der Anwalt dann noch sein Handwerk beherrscht und vernünftige, überzeugende Schriftsätze fertigt und diese mit tagaktueller Rechtsprechung versieht und sich darüber hinaus von keinen Berührungsängsten gegenüber der staatlichen Autorität leiten lässt, steht einer guten, erfolgreichen Zusammenarbeit fast nichts mehr im Wege. 
 

Überzeugen Sie sich daher im Rahmen Ihrer Anwaltssuche gern von unserer Denk- und Arbeitsweise, indem Sie sich telefonisch, per Messenger oder per Mail an die Kanzlei wenden und einen Termin für eine Erstbesprechung zu Ihrem Fall vereinbaren: 

Kanzlei: 0351 – 309 345 70 Eilfälle/Signal0151 – 7011 5882
E-Mail: info@ve-strafrecht.de

Etwaige Gebührenfragen können Ihnen bereits beim Erstkontakt näher erläutert werden. Zudem können Sie jedes Mandat ohne Weiteres jederzeit innerhalb von 14 Tagen widerrufen.

Google Maps

Mit dem Laden der Karte akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Google.
Mehr erfahren

Karte laden